Mit dem Heiligen Geist aus dem "Lockdown" in die Zukunft

Sieben Wochen ist es her, dass wir Ostern gefeiert haben. Die unerwartete Auferstehung Jesu Christi. Auch wenn die Apostel darüber am Anfang sicher überrascht und dann auch erfreut waren, so berichtet uns die Bibel doch von einem selbstgewählten sieben- wöchigen „Lockdown“.
Vor lauter Angst oder Unsicherheit trauten die Apostel sich nicht mehr, vor die Tür und in die Öffentlichkeit mit der Botschaft von der Auferstehung Jesu.
Etwas ketzerisch gesagt könnte man meinen, dass es Jesus zu bunt geworden war im Himmel mit der Trägheit, der Bequemlichkeit und Ängstlichkeit der Apostel in Jerusalem und er ihnen deshalb den Heiligen Geist sandte, um sie in Bewegung zu bringen.
Auch wenn momentan wegen der Corona-Krise unser „Lockdown“ nicht aus Ängstlichkeit selbst gewählt ist, sondern sinnvollen staatlichen Vorgaben geschuldet ist, würde uns Christen jetzt an und nach Pfingsten eine Bewegung - eine Begeisterung - ein Aufbruch - guttun.
Ich weiß nicht wie es Ihnen geht. Ich erlebe diese Coron- Krise auch als eine Chance sich zu besinnen und neu zu überlegen. was im Leben wirklich wichtig ist. Was will ich wirklich und auf was kann ich verzichten? Was kann ich getrost zurücklassen und für was will ich mich zukünftig einsetzen?
Ich erlebe jede Menge Mitmenschlichkeit, Achtsamkeit und Solidarität und wünsche mir, dass diese auch „nach der Krise“ anhält und weiter gepflegt und ausgebaut wird.
Ein „Zurück“ zur „Normalität“ wie sie sie vorher war, möchte ich eigentlich nicht mehr.
Nach reiflicher Überlegung denke ich, können wir für die Zukunft neue, andere und bessere Pläne machen und versuchen, im Geiste Gottes die Zukunft besser zu gestalten.
Gerade in der jetzigen Krisenzeit, in der viele Menschen vermehrt ängstlich sind und versuchen Distanz zu halten ,wäre es aus meiner Sicht sehr wichtig zu zeigen, wie die befreiende und Angst überwindende Botschaft von Ostern uns Menschen helfen kann, hoffnungsvoll, begeistert und voller Elan die Zukunft gestalterisch anzugehen.
Ostern zeigt uns: Mit Gott an unserer Seite brauchen wir keine Angst zu haben.
Pfingsten zeigt uns: Wir haben Gottes Heiligen Geist als Beistand und Stärke an unserer Seite.
Die Apostelgeschichte berichtet uns, dass die Apostel in verschiedenen Sprachen redeten, so dass jeder sie vernehmen konnte. Offenbar haben viele nicht „verstanden“, was die Apostel ihnen sagten. Denn alle gerieten außer sich und waren ratlos: „Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten. Andere spotteten, sie sind vom süßen Wein betrunken“. (Apg 2,12)
Die Botschaft der Apostel schien neu, außergewöhnlich, ungewohnt zu sein. In der Vergangenheit hatte man „so etwas“ noch nicht gehört“.
Und dann traut sich Petrus zu sprechen. Ein Kernsatz seiner „Rede“ ist wohl der Vers Apg 2, 21: „Und es wird geschehen, jeder der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden“.
Diese frohe Botschaft gilt es nun „unter das Volk“ zu bringen. In Worten und vor allem in Taten.
Dazu haben wir in den kommenden Wochen und Monaten jede Menge Zeit.
Dass es uns gelingen möge, eine neue, geistgewirkte und solidarischere Zukunft mit der Kraft und dem Beistand des heiligen Geistes Gottes zu gestalten, wünscht uns allen vor allem an Pfingsten
Ihr Oliver Karkosch, Pastoralreferent St. Franziskus

Oliver Karkosch, Diplom-Theologe

Oliver Karkosch, Diplom-Theologe

Pastoralreferent