Elftes Hilfenetz für Frankfurt

Ökumenisches Projekt hilft Nachbarn und unterstützt Geringverdiener

FRANKFURT.- Ein stadtweites Hilfenetz zur Begleitung in Haushalt und Alltag, mit wohnortnahen Beschäftigungsmöglichkeiten und der Förderung von Begegnungen im Stadtteil – das ist das Ziel, das sich der Caritasverband Frankfurt zusammen mit katholischen und evangelischen Kirchengemeinden gesetzt hat. Mit Eröffnung des elften Hilfenetzes unter dem Namen „Frankfurt Nord-Ost“ sind die Kooperationspartner am Freitag, 15. September, im Kirchort Sta Familia in Ginnheim diesem Ziel ein großes Stück näher gekommen. In 28 und damit nahezu allen Stadtteilen Frankfurts sind mittlerweile Hilfenetze aktiv. Am neuen Hilfenetz beteiligen sich neben dem Caritasverband Frankfurt die katholische Pfarrei St. Franziskus sowie die evangelischen Andreas-, Nazareth-, Emmaus- und Dornbuschgemeinden.

Bei der feierlichen Eröffnung des neuen Hilfenetzes Frankfurt Nord-Ost sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann: „Das Alter mit all seinen Folgen ist Teil des menschlichen Lebens. Wenn sich Menschen in der Nachbarschaft zusammentun, können sie Älteren helfen, weiterhin in ihrer eigenen Wohnung zu leben und eigenständig zu bleiben. Sich Hilfsbedürftiger anzunehmen, ist die Pflicht unserer Gemeinschaft. In einer Großstadt, wo familiäre Bindungen weniger eng sind als auf dem Land, spielen Nachbarn auch eine große Rolle, weil sie am nächsten dran sind. Deshalb ist das Hilfenetz der Caritas der richtige Ansatz für Frankfurt.“

Unterstützung im Alltag

In Frankfurt leben 115.000 Senioren über 65 Jahre, davon etwa 18.000 in den Stadtteilen, die das neue Hilfenetz umfasst. Viele der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in Frankfurt engagieren sich bereits, vielfach ökumenisch, in der Begleitung und Unterstützung älterer Menschen in ihrem Alltag. Dazu wurden Hilfenetze gegründet, in denen Senioren, Behinderten und Kranken Haushaltshilfen vermittelt werden, wenn sie bestimmte Alltagsaufgaben wie Putzen, Einkaufen, Gartenarbeiten, Begleitung zum Arzt oder Freizeitaktivitäten nicht mehr allein bewältigen können.

„Mit den Hilfenetzen schaffen wir Netzwerke auf Augenhöhe, orientiert am konkreten Bedarf in den Stadtteilen. So gibt es nicht nur Anknüpfungspunkte für Menschen, die Begleitung oder konkrete Hilfen im Alltag und Haushalt benötigen, sondern auch wohnortnahe Zuverdienstmöglichkeiten. Diese Schnittstellenarbeit bringt Menschen in Kontakt und unterstützt den Aufbau lebendiger Nachbarschaften – über Religionen, Kulturen und Generationen hinweg“, betonte Gaby Hagmans, Direktorin der Caritas.

Die Kirchengemeinden möchten mit Unterstützung des Caritasverbandes Frankfurt im Gemeindegebiet (Berkersheim, Dornbusch, Eckenheim, Eschersheim, Frankfurter Berg, Ginnheim, und Preungesheim) im nördlichen Frankfurt die Versorgungslücke schließen und dort ein Hilfenetz mit Kontakt- und Vermittlungsstelle aufbauen. Dadurch soll die Zusammenarbeit über konfessionelle Grenzen hinweg erweitert und vertieft werden.

Beteiligt sind zurzeit die katholische Gemeinde St. Franziskus mit sechs Kirchorten und die evangelische Andreasgemeinde, die evangelische Nazarethgemeinde, die evangelische Dornbuschgemeinde sowie die evangelische Emmausgemeinde. Das Netzwerk hat seine Arbeit am 1. Juni dieses Jahres aufgenommen und wurde nun offiziell eröffnet.

Über die Hilfenetze

In Kooperation mit katholischen und evangelischen Kirchengemeinden bietet der Caritasverband Frankfurt aktuell elf solcher Hilfenetze zur Organisation haushaltsnaher Dienstleistungen für alte, behinderte und kranke Menschen in 28 Frankfurter-Stadtteilen an. Zu den Leistungen gehören vor allem Hilfen für die Haushaltsführung wie Putzen, Einkaufen, Gartenarbeiten, aber auch Begleitung zum Arzt oder Spazierengehen. Zudem ermöglichen die Hilfenetze eine flexible und wohnortnahe Beschäftigung für Menschen mit geringem Einkommen, die auf einen Zuverdienst angewiesen sind.

Von Kirchengemeinden werden vor Ort Kontakt- und Vermittlungsstellen betrieben. Diese vermitteln insgesamt rund 700 Helferinnen und Helfer aus der direkten Nachbarschaft bzw. dem Stadtteil. Als reine Ehrenamtsprojekte in den Kirchengemeinden entstanden, unterstützt der Caritasverband heute als kompetenter Partner in der Geschäftsführung und Betreuung der Hilfenetze. (pm)

Quelle: frankfurt.bistumlimburg.de

Caritas Frankfurt: www.caritas-frankfurt.de

Zurück