In eigener Sache

Liebe Leserinnen und Leser,

3.677 Opfer: Diese Zahl nennt die MHG-Studie zum sexuellen Missbrauch durch Kleriker in der katholischen Kirche in Deutschland. Dahinter verbergen sich 3.677 Menschen und Schicksale. Die Dunkelziffer ist hoch. Auch in unserem Bistum Limburg gibt es Opfer und Täter und wir müssen und wollen uns als Bistumsleitung diesem Thema und der Aufarbeitung weiter stellen.

In den vergangenen Wochen haben wir in den synodalen und kurialen Gremien unseres Bistums auf die Ergebnisse, die Erkenntnisse und die Empfehlungen der Studie geblickt. Uns ist klar, dass es kein „Weiter so“ geben kann und wir die Perspektive unseres Handelns unbedingt auf die Opfer hin ausrichten müssen.  

Wir müssen wahrnehmen, dass in der Kirche über Jahrzehnte falsch gehandelt worden ist und dass es systemische Faktoren gibt, die sexuellen Missbrauch befördern. Über dieses Versagen und über diese systemischen Faktoren wie Klerikalismus, Macht, die Rolle der Frau in der Kirche oder auch den Zölibat werden wir offen, ehrlich und transparent sprechen. Bischof Georg hat angekündigt, dass es einen verbindlichen Prozessfahrplan geben wird, wie wir mit diesen Themen und mit den Empfehlungen der MHG-Studie umgehen werden.

Sexueller Missbrauch in der Kirche ist keine Marginalie. Als Bistumsleitung stehen wir in der Verantwortung der Aufarbeitung. Wenn uns die Arbeit mit den Empfehlungen der Studie nicht gelingt, brauchen wir über die Entwicklung von Kirche und Glauben nicht weiter sprechen. „Mehr als du siehst“, das Motto der Kirchenentwicklung im Bistum Limburg, bedeutet auch, dass wir hinschauen und nachschauen und nicht übersehen, wo es Versagen, Leid und Missbrauch in der Institution Kirche gibt.

Unsere Limburger Bistumsinfo zeigt Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass uns viele Themen beschäftigen. Es gibt viel ehren- und hauptamtlichen Einsatz. Es gibt tolle Projekte und Initiativen. Auch darüber gilt es zu berichten. Kirche und Kirchenentwicklung geschieht im Hier und Heute.

Ihnen eine gute Zeit.

Ihr

Wolfgang Rösch    

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