Wiedereinweihung der Orgel von St. Albert Frankfurt-Dornbusch

am 19.11.2016, 18:00 Uhr feierlicher Gottesdienst, Organist Dan Zerfaß, Domkantor Worms

Wiedereinweihung auf der Empore

Konzertprogramm:

In der Messe zur Kommunion:
S. Bach (1685-1750): „Schmücke dich, o liebe Seele“ BWV 654

Konzert nach dem Schlusslied: 

  1. Georg Böhm (1661-1733): Präludium C-Dur
  1. Jan P. Sweelinck (1562-1621): Pavanahispanica
  1. Camille Saint-Saens (1835-1921): Allegretto & Allegro giocoso aus den 7 Improvisationen op. 150
  1. Max Reger (1873-1916): Scherzo d-Moll
  1. Flor Peeters (1903-1986): Toccata, Fuge&Hymnusüber „Ave marisstella“

Orgelrestaurierung in Frankfurt, St. Albert

Nach Plänen des Frankfurter Architekten und Kirchenbaumeisters Martin Weber (1890-1941) wurde der Bau der Kirche St. Albert von 1937 bis 1938 ausgeführt. Am Palmsonntag des Jahres 1938 erfolgte die Weihe. Nach dem II. Weltkrieg erforderte der Bau weiterer Wohnsiedlungen im Stadtteil Dornbusch 1957 die Erweiterung der Kirche von 32 auf 48 Meter Länge.

Die Firma Klais (Bonn) erbaute 1954 die erste und bisher einzige Orgel (op. 1062) für St. Albert. Sie wurde mit einem zweiseitigen Prospekt im vorderen Teil der Kirche installiert, Orgel und Spieltisch wurden getrennt aufgestellt.1958 erfolgte eine Versetzung des Spieltischs.

In den Jahren kurz nach der Erbauung konnte die Orgel offenbar technisch und klanglich sehr überzeugen.1956 erschien von dem Autor Theodor Peine eine musikwissenschaftliche Dissertation mit dem Titel „Der Orgelbau in Frankfurt am Main, von den Anfängen bis zur Gegenwart“. Darin finden sich auf S. 212 folgende Anmerkungen zur Orgel in St. Albert:

„Die Intonation des Werkes ist ausgeglichen, die Ansprache aller Stimmen präzise, sauber und der Eigenart der Register entsprechend. Hier … muß die Intonation besonders hervorgehoben werden, da Klais seine Orgeln nicht auf Tonkanzellen-, sondern auf Registerkanzellenladen baut. Handwerkliche Arbeit und verwandtes Material sind bei Klais immer ausgezeichnet ….“

1963 wurde die Orgel abgebaut und 1964 in einer Nische oberhalb der rückwärtigen Empore auf eigenen Trägern aufgestellt. Der Spieltisch wurde auf die rechte Emporenseite gestellt.

Abgesehen von dem nicht mehr vorhandenen ursprünglichen Unterbau und verschiedenen Reparaturen, blieb die Orgel in der Folgezeit im Wesentlichen unverändert (Spieltisch, Windladen, Pfeifenwerk).

Die 2016 abgeschlossene Restaurierung durch die Werkstatt Klais hatte zum Ziel, die Orgel als repräsentatives Instrument der Nachkriegszeit zu erhalten. Dazu gehörte auch die Beibehaltung der technischen Anlage.

Die vorhandene Elektrik wurde restauriert und mit modernen Sicherungselementen ausgestattet, so dass auch nach heutigem Standard die Betriebssicherheit gewährleistet ist.

Die Restaurierung wurde von Seiten des Hessischen Landesamts für Denkmalpflege und von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen/Thüringen zu gleichen Teilen finanziell unterstützt.

Disposition:

I. Manual C-g3

1. Rohrflöte 8'
2. Weidenpfeife 8'
3. Prinzipal 4'
4. Quintadena 4'
5. Nachthorn 2'
6. Mixtur 3-4f.

II. Manual C-g3

7. Stillgedeckt 8'
8. Blockflöte 4'
9. Prinzipal 2'
10. Cymbel 2-3f.
11. Krummhorn 8' 

Pedal C-f1

12. Subbaß 16'
13. Prinzipalbaß 8'
13a. Gedecktbaß 8'  1)
13b. Choralbaß 4'    2)
13c. Flachflöte 2'    3)

1) Auszug aus Subbaß 16'
2) Auszug aus Prinzipalbaß 8'
3) Auszug aus Prinzipalbaß 8' und Choralbaß 4‘

Dr. Achim Seip
Orgelsachverständiger im Bistum Limburg

Neue Ausgabe von KiMuBiLi (Kirchenmusik im Bistum Limburg)
Heft 2/2016 steht zum Download bereit (www.bistumlimburg.de Referat Kirchenmusik)

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