In der Katholischen Kirche bezieht sich der Begriff "Direktorium" hauptsächlich auf ein liturgisches Buch, das auch als liturgischer Kalender bezeichnet werden kann. Es handelt sich dabei um ein jährlich erscheinendes Nachschlagewerk, das detaillierte Informationen und Anweisungen für die Feier der Gottesdienste im Kirchenjahr enthält.
Dreifaltigkeitssonntag bezeichnet den Sonntag nach Pfingsten, an dem die Kirche das Glaubensgeheimnis der Trinität feiert: den einen Gott in drei Personen – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der Feiertag hebt keinen einzelnen heilsgeschichtlichen Vorgang hervor, sondern stellt das Wesen Gottes als Gemeinschaft und Beziehung in den Mittelpunkt des christlichen Glaubens.
Erstkommunion bezeichnet den ersten bewussten Empfang der heiligen Kommunion (Eucharistie) durch getaufte Kinder in der römisch-katholischen Kirche. Sie erfolgt in der Regel im Grundschulalter nach einer katechetischen Vorbereitung und ist Teil der Einführung in die eucharistische Gemeinschaft der Kirche.
Historisch war der Kommunionempfang in der frühen Kirche eng mit Taufe und Firmung verbunden. Im Mittelalter wurde der regelmäßige Kommunionempfang seltener; Kinder empfingen die Kommunion oft erst in höherem Alter. Mit dem Dekret Quam singulari (1910) von Papst Pius X wurde das Kommunionalter auf das sogenannte „Alter der Unterscheidung“ abgesenkt. Seitdem ist die Erstkommunion im Kindesalter üblich und wird pastoral durch eine eigenständige Vorbereitungszeit begleitet.
Familien-/Kindergottesdienst bezeichnet eine gottesdienstliche Feier, die in Sprache, Symbolik und Gestaltung besonders auf Kinder und Familien ausgerichtet ist. Inhalte, Rituale und Musik werden altersgerecht vermittelt; häufig sind dialogische Elemente, anschauliche Zeichenhandlungen und eine aktive Beteiligung der Kinder vorgesehen. Der Familien-/Kindergottesdienst ist keine eigene liturgische Form, sondern eine pastorale Gestaltungsform innerhalb der Liturgie der römisch-katholische Kirche.
Historisch entwickelte sich diese Form vor allem im 20. Jahrhundert, verstärkt nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965), das die aktive Teilnahme aller Gläubigen und eine verständliche Liturgie betonte. Seither sind Familien- und Kindergottesdienste ein fester Bestandteil der gemeindlichen Pastoral, insbesondere in der Erstkommunion- und Familienkatechese.
Fasten bezeichnet den freiwilligen zeitweisen Verzicht auf Nahrung, Genussmittel oder bestimmte Gewohnheiten aus religiösen, spirituellen oder ethischen Motiven. Im christlichen Verständnis dient das Fasten der inneren Umkehr, der Konzentration auf Gott und der Solidarität mit Bedürftigen. Liturgisch ist es besonders mit der Fastenzeit verbunden, die der Vorbereitung auf Ostern dient.
Historisch gehört das Fasten zu den ältesten religiösen Praktiken des Judentums und Christentums. In der frühen Kirche war es eng mit Buße und Taufvorbereitung verbunden. Im Mittelalter wurden verbindliche Fastenvorschriften ausgeprägt, insbesondere vor Ostern und an bestimmten Wochentagen. Seit dem 20. Jahrhundert, vor allem nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, wird das Fasten in der römisch-katholische Kirche stärker als persönliche geistliche Übung verstanden; verpflichtend sind heute vor allem der Aschermittwoch und der Karfreitag.
Fußwaschung bezeichnet eine rituelle Handlung, bei der als Zeichen des Dienstes, der Demut und der Nächstenliebe die Füße gewaschen werden. Im christlichen Kontext erinnert sie an die Handlung Jesu beim letzten Abendmahl und verdeutlicht, dass christliche Gemeinschaft auf gegenseitigem Dienen gründet. Liturgisch ist die Fußwaschung vor allem mit dem Gründonnerstag verbunden.
Historisch geht die Praxis auf den im Johannesevangelium überlieferten Bericht vom letzten Abendmahl zurück. In der frühen Kirche wurde die Fußwaschung sowohl als Zeichen der Gastfreundschaft als auch in liturgischen Zusammenhängen vollzogen. Seit dem Mittelalter ist sie besonders mit der Liturgie des Gründonnerstags verbunden und wurde teils auch von kirchlichen Amtsträgern gegenüber Bedürftigen vollzogen. In der Liturgie der römisch-katholische Kirche ist sie heute eine optionale Handlung, die den diakonischen Auftrag der Kirche sichtbar macht.