Oculi

Oculi bezeichnet den dritten Sonntag der Fastenzeit. Der Name leitet sich vom Eröffnungsvers der Messe ab (Oculi mei semper ad Dominum – „Meine Augen sind stets auf den Herrn gerichtet“, Ps 25,15). Inhaltlich steht der Sonntag im Zeichen des Vertrauens auf Gott und der Bitte um Bewahrung in Bedrängnis.

Historisch entstand die Bezeichnung aus der Praxis, Sonntage nach den lateinischen Anfangsworten der Messgesänge zu benennen, wie sie seit der Spätantike und dem Mittelalter üblich ist. Besonders im deutschsprachigen Raum haben sich diese Namen bis heute erhalten. In der Liturgie der römisch-katholische Kirche wie auch im evangelischen Kirchenjahr erinnert Oculi an die geistliche Ausrichtung der Fastenzeit als Zeit der inneren Sammlung und Umkehr.

Osterkerze

Osterkerze bezeichnet die große Kerze, die in der Osternacht entzündet wird und Christus als das Licht der Welt symbolisiert. Sie steht für die Auferstehung Jesu Christi und begleitet die österliche Zeit liturgisch. Auf der Kerze sind in der Regel Kreuz, Alpha und Omega sowie die Jahreszahl angebracht; sie brennt während der Osterzeit bei feierlichen Gottesdiensten sowie bei Taufen und Begräbnissen.

Historisch reicht der Brauch des Osterlichtes bis in die frühe Kirche zurück, in der die Feier der Osternacht als nächtliche Lichtfeier begangen wurde. Im Laufe des Mittelalters erhielt die Osterkerze ihre feste liturgische Form und symbolische Ausdeutung. Nach zeitweiligem Bedeutungsverlust wurde ihre zentrale Rolle durch die Liturgiereform des 20. Jahrhunderts erneuert. In der Liturgie der römisch-katholische Kirche ist die Osterkerze bis heute ein zentrales Zeichen der Osterfeier.