Franziskusweg als GPS-Route

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St. Josef: Stille und Einsamkeit

Franziskus
"Und alle Brüder sollen sich hüten, zu verleumden und sich in Wortgezänk einzulassen; vielmehr sollen sie bemüht sein, Schweigen zu bewahren, wann immer ihnen Gott die Gnade geben wird. (NbReg 11,1f)"

Zum Nachdenken
Franziskus hat immer wieder die Stille und die Einsamkeit gesucht, vor allem in Zeiten seiner großen Fragen und Krisen. In der Stille ist er sich und Gott begegnet und hat im vertrauten Gespräch und im Ringen mit Gott dessen Willen besser verstanden. Das war nicht immer leicht für ihn und hat oftmals viele Tage und Nächte gedauert. Franziskus ist aber diesen Weg der Einsamkeit gegangen, um klarer sich in Gott zu verorten.

Wann gibt es Zeiten der Stille in meinem Alltag?
Wo gibt es Orte, an denen ich schweigen kann?
Wie erwächst aus meinem Schweigen ein Gebet?
Wann kann ich so schweigen, dass Gott zu mir sprechen kann?
Wie sollte mein Reden sein, um andere nicht zu verletzen?
Wieviel soll ich reden, wieviel schweigen und zuhören?


Allerheiligste Dreifaltigkeit: Leben in Gemeinschaft

Franziskus
"Ich rate aber meinen Brüdern, warne und ermahne sie im Herrn Jesus Christus, sie sollen, wenn sie durch die Welt gehen, nicht streiten, noch sich in Wortgezänk einlassen (2 Tim 2,14), noch andere richten. Vielmehr sollen sie milde, friedfertig und bescheiden, sanftmütig und demütig sein und anständig reden mit allen, wie es sich gehört. (BReg 3,10-11)"

Zum Nachdenken
Ursprünglich war es gar nicht von Franziskus beabsichtigt, Brüder um sich zu versammeln. Er wollte seinen Weg der Umkehr gehen und andere dazu ermuntern. Nach einiger Zeit haben sich Brüder um ihn versammelt, von ihm inspiriert. Scheinbar hatte seine Kompromisslosigkeit eine Anziehungskraft. Natürlich blieben Spannungen nicht aus. Aber auch in der Gemeinschaft der Brüder entdeckte Franziskus immer wieder den Aufruf Jesu zu einem Leben der Nachfolge, um das damalige Leben Jesu in seine Zeit zu übersetzen.

An welchen Menschen stoße ich mich und warum?
Was verhindert die Liebe zu diesen Menschen?
Welche eigenen Schwächen kann ich nicht ertragen?
Womit umgebe ich mich in meinem Leben?
Worauf kann ich verzichten?


St. Christophorus: Schöpfung und Sonnengesang

Franziskus
"1 Erhabenster, allmächtiger, guter Herr, dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und die Ehre und jegliche Benedeiung.
2 Dir allein, Erhabenster, gebühren sie, und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.
3 Gepriesen seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen, zumal der Herrin, Schwester Sonne, denn sie ist der Tag, und spendet das Licht uns durch sich.
4 Und sie ist schön und strahlend in großem Glanz. Dein Sinnbild trägt sie, Erhabenster.
5 Gepriesen seist du, mein Herr, durch Bruder Mond und die Sterne, am Himmel hast du sie gebildet, hell leuchtend und kostbar und schön.
6 Gepriesen seist du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken und heiteren Himmel und jegliches Wetter, durch welches du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.
7 Gepriesen seist du, mein Herr, durch Schwester Wasser, gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.
8 Gepriesen seist du, mein Herr, durch Bruder Feuer, durch das du die Nacht erleuchtest; und es ist schön und liebenswürdig und kraftvoll und stark.
9 Gepriesen seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns ernährt und lenkt und mannigfaltige Frucht hervorbringt und bunter Blumen und Kräuter.
10 Gepriesen seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen und Schwachheit ertragen und Drangsal.
11 Selig jene, die solches ertragen in Frieden, denn von dir, Erhabenster, werden sie gekrönt.
12 Gepriesen seist du, mein Herr, durch unseren Bruder, den leiblichen Tod; ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
13 Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben. Selig jene, die sich in deinem allheiligen Willen finden, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leides tun.
14 Lobet und preiset meinen Herrn und erweist ihm Dank und dient ihm mit großer Demut. (Sonn)"

Zum Nachdenken
Für Franziskus ist die Schöpfung nicht ohne den Schöpfer denkbar. In allem will er Gott und Jesus erkennen. Er lernt dadurch, dass er wirklich Kind Gottes ist und dass sein Leben einem guten Ziel, nämlich Gott, entgegengeht. Weil sich in der Schöpfung Gott zeigt, ist diese wertvoll. Ihre wichtigste Aufgabe besteht im beständigen Lob Gottes.

Kann ich mich an der ganzen Schöpfung freuen?
Ist die Schöpfung für mich wie ein Gebetbuch, das mich zum Lob Gottes führen will?
Traue ich mich, mit allen Sinnen zu beten und so die Natur neu wahrzunehmen?
Lebe ich aus der Dankbarkeit, weil ich mich immer beschenkt weiß?
Staune ich über das Wunder des Lebens und erkenne darin das Wirken des Schöpfers?


Herz Jesu: Leben mit dem Evangelium
Franziskus
"Und nachdem mir der Herr Brüder gegeben hat, zeigte mir niemand, was ich zu tun hätte, sondern der Höchste hat mir geoffenbart, dass ich nach der Vorschrift des heiligen Evangeliums leben sollte. Und ich habe es mit wenigen Worten und in Einfalt schreiben lassen, und der Herr Papst hat es mir bestätigt. Und jene, die kamen, das Leben anzunehmen, gaben „alles, was sie haben mochten“ (Tob 1,3), den Armen. (Test 14-16)"

Zum Nachdenken
Franziskus lebt in einer erstaunlichen Unmittelbarkeit zur Heiligen Schrift. In ihr begegnet ihm der unbedingte Anruf Jesu zu einem neuen Leben der Umkehr, der Hinwendung zu Gott und den Menschen. Was Franziskus nach dem Lesen der Schrift verstanden hat, setzt er in seinem Leben um. Eigentlich, so sagt er, braucht er keine Regel, denn das Evangelium ist seine Lebensregel geworden.

Was gehört alles in meine kleine „Heilige Schrift“?
Welche Worte haben mich besonders getroffen?
Welche Lebensregel ergibt sich daraus?
Was sagen mir die Worte, damals und heute?
Das ist die Lebens- und Liebesgeschichte Gottes mit mir.


St. Albert: Leben unter dem Kreuz der Hoffnung
Franziskus
"Höchster, glorreicher Gott, erleuchte die Finsternis meines Herzens und schenke mir rechten Glauben, gefestigte Hoffnung und vollendete Liebe. Gib mir, Herr, das rechte Empfinden und Erkennen, damit ich deinen heiligen und wahrhaften Auftrag erfülle. Amen. (GebKr)"

Zum Nachdenken
Das Kreuz in San Damiano spricht zu Franziskus. Der Auftrag lautet, die Kirche wieder aufzubauen. Diesen Auftrag nimmt er an und renoviert zunächst drei kleine Kirchen. Durch die Sammlung der Brüder erkennt er, dass er in den Menschen die Kirche neu errichtet hat, die Kirche der Gegenwart Christi mitten unter den Menschen. Diese Gemeinschaft ruft ständig zur Erneuerung und Umkehr zu Jesus Christus auf.
Am Ende seines Lebens zeigt sich das Kreuz in ihm wieder, in seinen Wundmalen. Dadurch wird deutlich, dass sich Jesus in Franziskus ausgedrückt hat. Die Hingabe Jesu am Kreuz ist in der Lebenshingabe des Franziskus erfahrbar geworden.

Welches ist mein Kreuz?
Womit muss ich fertig werden?
Wie gehe ich mit meinem Kreuz um? Davonlaufen oder annehmen?
Kann ich mein Kreuz im Kreuz Jesu entdecken und verwandeln lassen?


Sta. Familia: Menschwerdung Gottes
Franziskus
Dieses Wort des Vaters, so würdig, so heilig und glorreich, hat der allerhöchste Vater vom Himmel durch seinen heiligen Engel Gabriel in den Schoß der heiligen und glorreichen Jungfrau Maria gesandt. Aus ihrem Schoß hat er das wirkliche Fleisch unserer Menschlichkeit und Gebrechlichkeit angenommen. Und er wollte, obwohl er reich war über alle Maßen, selber in der Welt mit der seligsten Jungfrau Maria, seiner Mutter, die Armut erwählen. (BrGl II, 4f.)

Zum Nachdenken
Im Geschehen von Weihnachten betrachtet Franziskus die Liebe und Demut Gottes. Er sieht den Allmächtigen in der Ohnmacht und Hilflosigkeit des Kindes. Für Franziskus wird so die Liebe Gottes sichtbar, die sich in einem Menschen verdichtet. Er entdeckt darin die Demut Gottes, die sich bewusst klein macht, in der Krippe, aber auch am Kreuz und in den Gaben der Eucharistie. Das prägt sein Leben um, er möchte sich ganz auf den Menschen und sein eigenes Menschsein einlassen.

Kann ich mich akzeptieren, wie ich bin?
Wo nehme ich mich nicht an?
Wo sehe ich die Möglichkeit, Jesus in meinem Leben Gestalt zu geben, mit Hand und Fuß?
Was bedeutet für mich persönlich, dass Gott Mensch geworden ist?